Die unreine Wahrheit der Bibel

Lücking, Stefan:
Die unreine Wahrheit der Bibel. Reflexionen über die narrative Normativität des biblischen Kanons.
In: Blöbaum, Anke; Hansberger, Therese; Reitzenstein-Ronning, Christian (Hrsg.): Norm und Narration in antiken Gesellschaften. Berlin : Akademie Verlag Berlin, im Erscheinen.
ISBN 978-3-05-005792-7

Norm und Narration in antiken Gesellschaften (Umschlag) Diesen Text hatte ich 2012 für den Abschlussband des DFG-Forschungsnetzwerks Norm und Narration in antiken Gesellschaften eingereicht. Da dieser Sammelband anscheinend immer noch nicht erschienen ist, veröffentliche ich das Manuskript nun hier.

Ausgehend von dem Spannungsfeld von Norm und Narration gehe ich der Frage nach, warum und inwiefern die narrative Form für den biblischen Kanon und die Verbindlichkeit der „Heiligen Schrift“ grundlegend ist. Meine These ist, dass die Bibel keine Norm im Sinne einer „reinen Wahrheit“ setzt, die vielleicht sogar in einen Kernsatz zusammengefasst werden könnte, sondern eine „unreine Wahrheit“ bietet, die sich nur durch eine „dialogische Lektüre“ erschließen lässt. Die Bibel erzählt die Geschichte der Emanzipation von den menschengemachten Göttern, ohne die Gefahren zu verschweigen, die sich daraus ergeben, wenn der Glaube an den einen Gott selbst zur Idolatrie wird, weil er die Unreinheit dieser Wahrheit vergisst und zum Dogma wird.

» Die unreine Wahrheit der Bibel (Manuskript 2012)

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