Fremde Zeichen

Leinhäupl-Wilke, Andreas ; Lücking, Stefan (Hrsg.):
Fremde Zeichen : neutestamentliche Texte in der Konfrontation der Kulturen.
Münster : Lit, 1998.
(Theologie ; 15)
ISBN 3-8258-3674-6

Buchumschlag Fremde Zeichen Fremde Zeichen zu verstehen, darum geht es der neutestamentlichen Exegese wie jeder historischen Wissenschaft. Die in diesem Band versammelten Aufsätze gehen davon aus, dass die neutestamentlichen Texte selbst Versuche darstellen, fremde Zeichen zu entziffern. Entstanden an den Nahtstellen unterschiedlicher Kulturen, in den Auseinandersetzungen verschiedener philosophischer und religiöser Bewegungen, versuchen sie in einer als chaotisch wahrgenommenen, ungedeuteten Welt Spuren eines Sinnes jenseits der faktischen Macht- und Gewaltverhältnisse zu entdecken. Indem sie die verstreuten Fragmente eines rettenden Wissens in ihrer literarischen Komposition zum Sprechen bringen, ermöglichen sie den Leserinnen und Lesern im Prozess der Lektüre eine neue Sicht auf ihre eigene Welt.

Die Autorinnen und Autoren greifen damit Anregungen des Münsteraner Neutestamentlers Karl Löning auf, dem dieses Buch zu seinem 60. Geburtstag gewidmet ist.

Inhalt

  • Thomas Hoffmeister-Höfener:
    Von der Suche nach Gottes Ort in der Geschichte. Erzähltopik und Textpragmatik in Mt 1–2 (S. 11–24)
  • Iris Maria Blecker:
    Rituelle Reinheit vor und nach der Zerstörung des Zweiten Tempels. Essenische, pharisäische und jesuanische Reinheitsvorstellungen im Vergleich (S. 25–41)
  • Anne Sand:
    »Versteht ihr noch nicht?« Das Unverständnis der Jünger in den Boot- und Broterzählungen in Mk 4,35–8,21 (S. 41–56)
  • Daniel Alberto Ayuch:
    Die lukanische Johannesepisode (Lk 3,1–22) und das Jesajabuch. Weisheit und Prophetie im lukanischen Geschichtswerk (S. 57–68)
  • Ulrike Kostka:
    Der ›Patient Mensch‹ im Spiegel biblischer Texte. Das biblische Paradigma ›Krankheit und Heilung‹ am Beispiel der Heilung des Blinden bei Jericho (Lk 18,35–43) (S. 69–82)
  • Andreas Leinhäupl-Wilke:
    Die Karriere des Blindgeborenen als Testfall johanneischer Identität. Textpragmatische Erwägungen zu Joh 9,1–41 (S. 83–98)
  • Sylvia Hagene:
    Fremde Götter und neue Lehren. Apg 17,16–34 – kein Propädeutikum für gebildete Heiden (S. 99–114)
  • Stefan Lücking:
    »Die vielen Buchstaben treiben dich in den Wahnsinn« (Apg 26,24) Neutestamentliche Reflexionen über Schriftlichkeit und Schriftkultur (S. 115–30)
  • Burkhard Jürgens:
    Der kranke Mann am Bosporus. Anamnese der Verschriftlichung im Galaterbrief (S. 131–141)
  • Andreas Diederen:
    »So verkünden wir, und so habt ihr geglaubt« Zur pragmatischen Funktion von 1 Kor 15,1–11 (S. 143–157)
  • Jesaja Michael Wiegard:
    Lebensfristen oder Lebensmut? »… eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit …« (Apk 12,14) (S. 159–172)

Kategorien: Biblische Exegese, Theologie

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