»Die vielen Buchstaben treiben dich in den Wahnsinn«

Lücking, Stefan:
»Die vielen Buchstaben treiben dich in den Wahnsinn« (Apg 26,24) : Neutestamentliche Reflexionen über Schriftlichkeit und Schriftkultur.
In: Leinhäupl-Wilke, Andreas ; Lücking, Stefan (Hrsg.): Fremde Zeichen : Neutestamentliche Texte in der Konfrontation der Kulturen. Münster : Lit, 1998 (Theologie ; 15), S. 115–130.
ISBN 3-8258-3674-6

Das Verhältnis von mündlicher und schriftlicher Kultur gehört zu den grundlegenden hermeneutischen Voraussetzungen biblischer Exegese. Dieser Aufsatz rekapituliert zunächst Eric A. Havelock These von der »literalen Revolution« im klassischen Griechenland, die nicht nur die neuere neutestamentliche Diskussion angeregt hat, sondern für die soziologische und kulturwissenschaftliche Forschung zum Verhältnis von oraler und literaler Kultur insgesamt grundlegend ist. Es folgt eine Skizze der frühjüdischen Schriftkultur, vor deren Hintergrund die neutestamentlichen Texte entstanden sind. Dabei werden zwei Aspekte hervorgehoben: die unterschiedlichen Bemühungen um Interpretation in der aktualisierenden Auslegung der heiligen Schriften einerseits und die Mythisierung der Schrift in der Apokalyptik andererseits. Der Aufsatz schließt mit einem Blick auf das Verhältnis von oraler und literaler Kultur bei zwei neutestamentlichen Autoren, die in der Diskussion allgemein als Paradigmen für diese Problematik angesehen werden: Paulus und Markus.

» Aufsatz in Fremde Zeichen (PDF)

Kategorien: Biblische Exegese

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