Normalitäts-Management

Voswinkel, Stephan ; Lücking, Stefan:
Normalitäts-Management : Industrielle Beziehungen in der Bauwirtschaft und im Gastgewerbe Deutschlands und Frankreichs.
In: Soziale Welt 47 (1996), Nr. 4, S. 450–479.

Im Vergleich zum früher dominierenden fordistischen Regulierungsmuster und dem »Normalarbeitsverhältnis« wurden atypische Regulierungsformen als defizient angesehen. Das wirkte sich auch auf typische nicht-fordistische Branchen wie die Bauwirtschaft und das Hotel- und Gaststättengewerbe aus. Hier war ein anderes, das »metierorientierte« Regulierungsmuster prägend. Der Artikel skizziert verschiedene Formen des »Normalitäts-Managements«, d. h. der Art und Weise, wie die atypischen Branchen sich zur »normalen Regulierung« verhalten. Derzeit wird die Regulierung der Arbeitsbeziehungen zunehmend durch zwei neue Regulierungsmuster geprägt: das Muster der neoliberalen und das der koordinierten Flexibilisierung. Die Regulierungslandschaft wird weniger einheitlich, und die Konstellation von »normalen« Regulierungen und denjenigen in den »atypischen« Branchen verändert sich. Der Aufsatz zeigt dies am Beispiel von drei Regulierungsthemen: die Umsatzbeteiligung im französischen Gastgewerbe, das Schlechtwettergeld in der deutschen Bauwirtschaft und die Regelung der Arbeitszeiten im deutschen Hotel- und Gastsstättengewerbe. Insbesondere die Rolle der kollektiven Akteure und der Einfluss der »Normalitätsfiktion« bestimmter Regulierungsformen auf die »atypischen« Branchen werden diskutiert.

Kategorien: Industrielle Beziehungen, Soziologie

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