Zur Logik kollektiven Handelns von WissensarbeiterInnen

Pernicka, Susanne ; Reichel, Astrid ; Lücking, Stefan:
Zur Logik kollektiven Handelns von WissensarbeiterInnen.
In: Industrielle Beziehungen 17 (2010), Nr. 4, S. 372–392.
DOI: 10.1688/1862-0035_indb_2010_04_pernicka

Auch wenn WissensarbeiterInnen nur eine Minderheit unter den Beschäftigten bilden, repräsentieren sie doch einen Prototyp in einer veränderten Arbeitswelt, in der die Neigungen zu kollektivem Handeln und gewerkschaftlichem Engagement abnehmen. Existierende Theorien erklären die geringe Organisationsneigung von Hochqualifizierten in wissensintensiven Feldern mit individualistischen Orientierungen und der Verfügungsmacht über knappes, ökonomisch verwertbares Wissen. Wir schlagen eine differenzierte Perspektive auf verschiedene Formen hochqualifizierter Arbeit und deren dominante Steuerungslogiken (Profession, Markt, Bürokratie) vor, die in ganz unterschiedlicher Weise auf die Bereitschaft zu kollektivem Handeln einwirken. Die Ergebnisse einer quantitativen Befragung in drei Feldern (universitäre Forschung, außeruniversitäre Forschung und Unternehmensberatung) in Österreich verweisen partiell auf die Plausibilität des vorgeschlagenen Modells.

English Abstract

Although knowledge workers constitute only a minority of all workers, they represent a prototype in a changing working environment where collective action and union engagement have diminished. Existing theories explain the low propensity of highly skilled workers in knowledge intensive fields to organise by individualistic orientations and power derived from their possession of scarce, economically exploitable knowledge. We propose a more sophisticated model that distinguishes between three categories of knowledge intensive work and hence, their dominant logics of governance (profession, market, hierarchy) that in turn are linked with the propensity to organize collectively. The results of a quantitative survey in three fields (university research, non-university research and business consultancy) in Austria partly support the plausibility of the model.

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Der Text dieses Aufsatzes aus der Zeitschrift Industrielle Beziehungen steht mit freundlicher Genehmigung des Rainer Hampp Verlags (www.Hampp-Verlag.de) zum Download zur Verfügung.

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Kategorien: Industrielle Beziehungen, Wissensarbeit

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